{"id":5896,"date":"2017-06-19T09:47:13","date_gmt":"2017-06-19T07:47:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.ftf.or.at\/?p=5896"},"modified":"2017-06-22T13:03:33","modified_gmt":"2017-06-22T11:03:33","slug":"eine-gute-idee-ist-das-praktischste-was-es-gibt-anmerkungen-zu-theorie-und-praxis-am-beispiel-der-modernen-informationstechnik","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.ftf.or.at\/?p=5896","title":{"rendered":"Eine gute Theorie ist das Praktischste was es gibt! Anmerkungen zu Theorie und Praxis am Beispiel der modernen Informationstechnik."},"content":{"rendered":"<p><strong>Prof. Dr.-Ing. Johannes Huber | 26. Juni 2017 | 10.00 Uhr | B04 L4.1.01<\/strong><\/p>\n<p><strong>Kurzfassung<\/strong><\/p>\n<p>In bildungspolitischen Diskussionen wird oft ein Gegensatz zwischen theorie- und praxisorientierten Ausbildungsg\u00e4ngen konstruiert. Zum Beispiel werden die Unterschiede zwischen den Studieng\u00e4ngen an Fachhochschulen und Universit\u00e4ten hiermit begr\u00fcndet. Dabei wird oftmals unterschwellig eine vermeintliche Praxisorientierung als f\u00fcr Wirtschaft und Gesellschaft von h\u00f6herem Wert subsumiert. Im Vortrag wird jedoch anhand naturwissenschaftlicher und technischer Entwicklungen aufgezeigt, dass Theorie und Praxis zu keiner Zeit in irgendeiner Weise etwas Gegens\u00e4tzliches darstellten, sondern alle entscheidenden Erfolge in der Technik, welche das menschliche Dasein ma\u00dfgeblich ver\u00e4nderten, nur auf der Grundlage umfassender theoretischer Fundamente m\u00f6glich waren. F\u00fcr aktuelle technische Entwicklungen, die \u00fcberwiegend als neue Algorithmen in Softwarel\u00f6sungen (z.B. App\u00b4s)\u00a0 stattfinden, gilt dies sogar noch in verst\u00e4rktem Ma\u00dfe. Somit wird das Gegensatzpaar <em>Theorie und Praxis<\/em> als Feigenblatt bei Aversionen gegen\u00fcber oftmals nicht einfachen theoretischen Konzepten entlarvt.<\/p>\n<p>Die These <em>\u201eEine gute Theorie ist das Praktischste, was es gibt!\u201c<\/em>, die vom Physiker Gustav R. Kirchhoff und auch von manch anderen namhaften Wissenschaftlern \u00e4hnlich formuliert wurde, wird insbesondere an der Entwicklung der modernen digitalen Informationstechnik ab der Mitte des 20. Jahrhunderts best\u00e4tigt, die zum einen bzgl. der Elektronik auf der <em>Theorie<\/em> der Festk\u00f6rperphysik und zum anderen auf den Konzepten der mathematischen Informations<em>theorie<\/em> beruht. Als aktuelles Beispiel werden die enormen Steigerungen der Datengeschwindigkeiten in der Mobilkommunikation mit Hilfe der Vielfach-Antennentechnik n\u00e4her betrachtet, wo es mit Hilfe strikt mathematisch abgeleiteter Entzerrungsverfahren gelingt, viele Antennen \u00e4hnlich wie parallele Strippen in dicken Kabeln f\u00fcr parallele \u00dcbertragungswege nutzbar zu machen.<\/p>\n<p>Schlussfolgerungen auf die Ausbildung des Nachwuchses in Technik und Naturwissen-schaften beschlie\u00dfen die Ausf\u00fchrungen.<\/p>\n<p><strong>Bio<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.ftf.or.at\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/Huber-e1497858285693.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-5897 alignright\" src=\"https:\/\/www.ftf.or.at\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/Huber-e1497858285693.jpg\" alt=\"Huber\" width=\"176\" height=\"250\" \/><\/a>Johannes Huber studierte Elektrotechnik an der Technischen Universit\u00e4t M\u00fcnchen und erwarb 1977 das Diplom. Er wurde 1982 zur Dr.-Ing. promoviert und erhielt 1991 den Titel Dr.-Ing. habil. mit einer Monographie zur Trelliscodierung. Von 1991 bis M\u00e4rz 2017 war er Inhaber des Lehrstuhls f\u00fcr Informations\u00fcbertragung an der Friedrich-Alexander-Universit\u00e4t Erlangen-N\u00fcrnberg. Seit April 2017 ist er Prof. em. am Institute for Digital Communications (IDC) dieser Universit\u00e4t. Von 2007 bis 2009 war er Dekan der Technischen Fakult\u00e4t.<\/p>\n<p>In der Forschung ist Johannes Huber auf den Gebieten digitale \u00dcbertragung, Informations- und Codierungstheorie, codierte Modulation, Entzerrungs- und Detektionsverfahren, MIMO-\u00dcbertragungsverfahren, DSL etc. aktiv. Er hat zwei Monographien verfasst und ist Autor und Co-Autor von ca. 340 wissenschaftlichen Ver\u00f6ffentlichungen. In den Jahren 1988, 2000 und 2006 wurden Publikationen, die er verfasst bzw. mit verfasst hat, mit dem Preis der deutschen informationstechnischen Gesellschaft ausgezeichnet. 2004 erhielt er den Innovationspreis der Vodafone-Stiftung f\u00fcr Mobilfunk und in den Jahren 2003 und 2010 wurde ihm der EEEfCOM Innovationspreis verliehen.<\/p>\n<p>Prof. Huber ist Fellow of the IEEE, Corresponding Fellow of the Royal Society of Edinburgh und ordentliches Mitglied der Bayerischen Akademie der Wissen-schaften (BAdW). An der BAdW leitet er die Kommission \u201eForum Technologie\u201c und ist stellvertretender Sprecher der Sektion III: Naturwissenschaften, Mathematik, Technikwissenschaften<\/p>\n<p>Inzwischen sind 11 seiner ehemaligen Doktoranden selbst Professoren an namhaften Universit\u00e4ten und Hochschulen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Prof. Dr.-Ing. Johannes Huber | 26. 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