Knitting together/Living together: Was wir vom Stricken mit Robotern lernen können

Dr. Pat Treusch | Do., 11.04.2019 | 18 Uhr | Stiftungssaal

Inhalt (Entwurf): In ihrem Vortrag „Knitting together/Living together: Was wir vom Stricken mit Robotern lernen können“ spricht Patricia Treusch über die Zusammenarbeit von Mensch und Maschine. Aufbauend auf ihrer aktuellen Forschung beleuchtet sie Mensch-Maschine-Verhältnisse, Automatisierung von Arbeit sowie den Körper/Geist Split im Zusammenhang mit Artificial Intelligence. Am Beispiel Stricken diskutiert sie die Interaktionsverhältnisse zwischen Mensch und Roboter und stellt Formen der feministischen-kritischen Intervention in aktuelle Praktiken des Engineering und der Robotik vor.

© Felix Noak

Dr. phil./PhD Pat Treusch hat am Zentrum für Interdisziplinäre Frauen- und Geschlechterforschung (ZIFG) und dem Tema Genus, Universität Linköping, Schweden zu dem Thema „Robotic Companionship“ binational promoviert (Cotutelle-Verfahren). Von August 2015—Februar 2018 hat sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin am ZIFG das Projektlabor „Wie Wissenschaft Wissen schafft. Verantwortlich Handeln in Natur- und Technikwissenschaften“ im Rahmen des MINTgrün Orientierungsstudiums (TUB) durchgeführt.

Im Berliner Verbundprogramm „DiGiTal – Digitalisierung: Gestaltung und Transformation“ setzt Pat Treusch am Fachgebiet Allgemeine und Historische Erziehungswissenschaft und am ZIFG, TU Berlin ihr Postdoc-Projekt „Das vernetzte Selbst. Eine feministisch-interdisziplinäre Studie zur Veränderung von Lernkulturen durch Digitalisierungsprozesse im Zeitalter des Internets der Dinge (IoT)“ um. Das Projekt analysiert empirisch beobachtbare Herausforderungen »unserer« Lernkulturen, die sich ergeben, wenn Alltagstechnologien anfangen zu lernen. Smart-Home-Geräte sind nur ein aktuelles Beispiel solch intelligenter Alltagstechnologien des IoT, an denen neuartige Mensch-Maschine-Schnittstellen entstehen. Diese versprechen – im Kern – eine Vernetzung aller Lebensbereiche. Das Projekt geht davon aus, dass den entstehenden Schnittstellen eine Qualität inhärent ist, die »uns« zu mehr herausfordert, als eine Medienkompetenz 4.0 zu entwickeln. Sich zwischen der feministischen Technik- und Wissenschaftssoziologie mit Fokus auf Mensch-Maschine Verhältnissen und der feministischen Erziehungswissenschaft mit Fokus auf Lerntheorien verortend, untersucht das Projekt explorativ, inwiefern aktuelle Lernumgebungen der Digitalisierung durch neue Verschränkungen von maschinellem und menschlichem Lernen gekennzeichnet sind. Das bedeutet auch, die Verhältnissetzungen zwischen Kognition und Lernen, im speziellen zwischen Computer und Kognition, in unterschiedlichen Wissens- und Technikfeldern der Digitalisierung nachzuzeichnen. Dem folgend zielt das Projekt darauf ab, sich verändernde, digitalisierte Bedingungen »unseres« Selbst- und Weltbezugs zu erfassen. Nicht zuletzt beinhaltet dies, intelligente Alltagstechnologien daraufhin zu befragen, ob und wie grundlegende symbolische Ordnungsschemata der Gesellschaft – etwa Gender, Sexuality, Race, Class oder Ableism – neu verhandelt werden (könnten).

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